Fachtag "Radikalisierungspotenziale unserer demokratiegefährdeten Gesellschaft – Prävention, Sensibilisierung, Herausforderungen"
Wolkenburg 100
42119 Wuppertal

Besonders besorgniserregend ist, dass 34 % der Befragten folgender Aussage zustimmen: "Die Bundesrepublik ist durch die vielen ‚Ausländer‘
in gefährlichem Maß überfremdet." Die Zustimmung zur Demokratie in Deutschland erreicht den niedrigsten Wert seit 2006. Zugleich wird das Thema Asylpolitik als das drängendste
gesellschaftliche Problem wahrgenommen. Obwohl der Antisemitismus in Deutschland durch seine historische Einbettung in die Shoah
gesellschaftlich sanktioniert ist, zeigt die Studie einen beunruhigenden Anstieg antisemitischer Einstellungen.
Nach dem Anschlag in Solingen 2024 verschärfte die Ampel-Regierung das Asylrecht deutlich. Diese Reaktion wurde von vielen als Ausdruck einer rechten Diskursverschiebungwahrgenommen. Rechte Akteur*innen nutzen seit Jahren strategisch die Mechanismen öffentlicher Debatten, um die Grenze des Sagbaren nach rechts zu verschieben. Ziel ist es, rechtsextreme und rassistische Positionen zu normalisieren. Die Normalisierung zeigt sich auch in der Art und Weise, wie Migration immer wieder skandalisiert und als zentrale gesellschaftliche Bedrohung dargestellt wird. Statt über Prävention von Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus zu sprechen, dominieren Debatten über Asylrecht, Abschiebung und die Einführung einer "deutschen Staatsbürgerschaft auf Bewährung". Ein besonders prägnantes Beispiel hierfür ist die Instrumentalisierung der Anschläge in Solingen und Magdeburg 2024 durch rechte Kräfte.
Die Entwicklungen der letzten Jahre stellen die politische Bildungsarbeit vor große Herausforderungen. Diskursverschiebungen nach rechts erschweren den Zugang zu konstruktiven Auseinandersetzungen. Fachkräfte und Multiplikator*innen der politischen Bildungsarbeit sehen sich mit der Aufgabe konfrontiert, diese Dynamiken zu erkennen, zu analysieren und mit wirkungsvollen Methoden zu adressieren.
Zentrale Fragestellungen für die Bildungsarbeit sind:
- Welche gesellschaftlichen Dynamiken treiben die Radikalisierung in der Mitte voran?
- Welche Verantwortung tragen zivilgesellschaftliche Akteur*innen, Medien und die Politik?
- Was sind die Herausforderungen und Bedarfe im Umgang mit polarisierenden Debatten?
Die Fachtagung widmet sich diesen zentralen Fragen und bietet Raum für Austausch, Vernetzung und die Entwicklung neuer Ansätze. Gemeinsam wollen wir herausfinden, wie wir solidarische Perspektiven fördern und den Gefahren der Radikalisierung entgegentreten können.
Der Fachtag ist eine Kooperationsveranstaltung des Informations- und Dokumentationszentrums für Antirassismusarbeit in Nordrhein-Westfalen (IDA-NRW), der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW (AJS NRW), des Landesjugendrings NRW in Zusammenarbeit mit dem LVR-Landesjugendamt Rheinland und dem LWL-Landesjugendamt Westfalen. Die Veranstaltung wird im Rahmen des Landesprogramms “Gemeinsam MehrWert – Vielfältige Arbeit mit jungen geflüchteten Menschen” durch das Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes NRW gefördert.
Anmeldung und Kontakt
Anmeldungen sind über das Anmeldeformular auf der Website des LVR möglich:
https://ems.lvr.de/microsite/index.cfm?l=704F0402810371DAF750EFC66F1F7CC7&sp_id=1
Anmeldeschluss ist der 27. April 2025.
Die Teilnahmegebühr beträgt 41,00 € pro Person.
Kontakt & Infos
Für inhaltliche Fragen steht Ihnen Kai Sager (kai.sager(at)lvr.de, 0221 809-4092) zur Verfügung.
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